Infante Guillermo Cabrera - Drei traurige Tiger
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ArtikelNr.: 04269 Preis auf Anfrage momentan nicht verfügbar!Kategorie: Infante Guillermo Cabrera
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Taschenbuch ; Suhrkamp-Verlag ; 6. Auflage ; 1995 ; 535 Seiten ; Bei uns ausverkauft, aber hier eventuell erhältlich:
OT Tres tristes tigres OA 1967 DE 1987 Form Roman Epoche Moderne Der Roman "Drei traurige Tiger" von Guillermo Cabrera Infante führt den Leser in die dekadente und faszinierende Nachtwelt Havannas, in die Zeit vor der Revolution (1959). Nepp und Korruption regieren die Stadt, die zum Amüsierbetrieb für Touristen verkommen ist. Zentrales Thema ist das Spiel mit Sprache und die Frage nach ihrer Authentizität. Entstehung: Der Roman erschien bereits 1964 unter dem vorläufigen Titel Vista del amanecer desde el Trópico und erhielt im selben Jahr den Premio Biblioteca Breve für den besten Roman in spanischer Sprache. Nachdem Cabrera Infante nach seinem Bruch mit dem Castro-Regime 1965 ins spanische Exil gegangen war, erschien die überarbeitete Fassung 1967 in Barcelona. Inhalt: Die komplexe, aus vielen Erzählsträngen bestehende Handlung lässt eine geschlossene Rekonstruktion der Geschichte nicht zu. Der Roman beginnt in einem hauptsächlich von Amerikanern und einheimischen Bohémiens besuchten Nachtclub. Vier männliche Protagonisten, der Werbefotograf Códac, der Bongotrommler Eribó, der Journalist Silvestre und der Fernsehschauspieler Arsenio Cué, erzählen einander von ihren beruflichen Problemen und erotischen Eskapaden. Sie durchstreifen dabei den Dschungel aus nächtlichen Straßen, Bars und Absteigen. Die Details ihrer Erzählungen geraten in den Hintergrund, wesentlicher ist der Gesamteindruck, der beim Leser entsteht: die Vorstellung von einer ungeordneten, im Umbruch befindlichen Welt, in der die Menschen die Orientierung verloren haben. Die Mehrdeutigkeit von Sprache verdeutlicht Cabrera Infante u. a. anhand der Figur Bustrofedóns, der Sprach- und Zahlenspielen verfallen ist. Meisterhaft parodiert Bustrofedón die Stile von acht verschiedenen kubanischen Schriftstellern sowie Übersetzern und führt dabei den Wahrheitsgehalt von Sprache ad absurdum. In einem anderen Kapitel berichtet ein amerikanisches Ehepaar von seinen Abenteuern in Kuba. Zunächst erzählt Mr. Campbell seine Version der Geschichte, dann folgt Mrs. Campbells Bericht, der die Heuchelei ihres Mannes entlarvt. Beide Varianten übersetzt der Autor anschlie-ßend in »besseres« Spanisch. Aufbau: Cabrera Infante verwendet für seinen Roman eine für den Leser zunächst verwirrende Collage-Technik. Erst im Lauf der Lektüre treten die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Erzählsträngen klarer hervor. Das Werk besteht aus acht Kapiteln, zu denen jeweils Prologe und Epiloge gehören. Hinzu kommen zwei weitere unabhängige Handlungsstränge, die immer wieder eingeschoben werden. Wirkung: Der in der Tradition von Lewis R Carroll und Joyce stehende Roman nutzt nahezu alle Möglichkeiten von Sprache spielerisch aus. Von der internationalen Kritik wurde das Werk begeistert aufgenommen, in Kuba ist es bis heute verboten. |



