gebunden mit Schutzumschlag ; Richarz Verlag ;
Reihe leichter lesen - Bücher in Großdruck Band 4 ; 1977 ; 122 Seiten ; 24,5 cm
x 17,5 cm
guter Zustand (leicht vergilbt, leichte
Gebrauchsspuren) (Buch stammt aus einer Büchereiauflösung und ist daher innen
gestempelt und auf dem Buchrücken beklebt)
was Leser über dieses Buch schreiben: Heitere
Melancholie - oder melancholische Heiterkeit - dürfte eine treffende
Charakterisierung des Kästner'schen Romanstils sein. Im "Kleinen Grenzverkehr"
überwiegt die Heiterkeit, wenn auch die Melancholie durchaus hier und da zum
Zuge kommt. Heiterkeit - das ist auch eines der treffenden Charakteristika der
Stadt Salzburg, in der die Handlung des Romans spielt. Kästner fängt den ganzen
Charme der Renaissance- und Barock-Architektur, der historischen Atmosphäre und
der Landschaft ein, den diese Stadt zu bieten hat - fängt ihn durchaus akkurat
und naturgetreu ein und überhöht ihn doch durch seine liebevolle Beschreibung.
Wer dieses Buch gelesen hat, sieht Salzburg durch eine große, heitere,
sonnenbeschienene Brille. Auch der Tourismus, der im Salzburg der dreißiger
Jahre ebenso wie heute eine nicht unbedeutende Rolle spielt (Georg Rentmeister
ist ja selbst Tourist), wird von der heiteren, liebevoll-ironischen Seite
betrachtet. Die Einzelheiten und Tücken des Festspiel-Rummels werden
augenzwinkernd dargestellt. Das Theatralische, die Inszenierung, durchaus auch
die Selbstinszenierung (das ist Kästners Theorie, die sich wie ein roter Faden
durch die Handlung zieht) wohnt dieser Stadt seit vielen Jahrhunderten inne, hat
sie geprägt und macht einen Teil ihres Zaubers aus. Auch die Musik hat ihren
Platz in dieser Geschichte; es ist, als wäre die gesamte Handlung mit Mozarts
Musik unterlegt (vom Allegro gioioso über das Andante, Soave, Dolce, Adagio bis
zum Allegro furioso und gelegentlich auch Prestissimo ist alles dabei). Nur in
einer solchen Stadt - auch das betont Kästner - kann eine solch märchenhafte und
bezaubernde Geschichte stattfinden, einer Stadt nämlich, die die geistige Heimat
eines Leporello, einer Despina, Fiordiligi, Dorabella (um nur einige zu nennen)
ist. Mozart mag Salzburg im Zorn verlassen haben - geprägt hat ihn diese Stadt
allemal. Und das macht Kästner in seinem Büchlein auch hinlänglich klar. Und
eines ist auch unzweifelhaft: Anders als seine tragikomische Figur, der
dilettantische Stückeschreiber Graf H., beherrscht Kästner meisterhaft die
Technik des Kömodienschreibens. Ein empfehlenswertes heiteres
Lesevergnügen!
über den Autor: Erich Kästner wurde 1899 in
Dresden geboren und starb 1974 in München. Der Schriftsteller, Satiriker,
Dramatiker und Autor von berühmten Kinderklassikern wurde mit zahlreichen
Preisen bedacht.
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