Malet Leo - Marais-Fieber
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ArtikelNr.: 04233 Unser Preis: 2,99 € inkl. 0% USt., zzgl. Versand knapper Lagerbestand!Kategorie: Malet Leo
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Taschenbuch ; Rowohlt-Verlag ; 1.Auflage ; 1989 ; 185 Seiten ; guter Zustand (leicht vergilbt, 1 diagonaler Knick im Einband)
"Marais-Fieber" spielt im 3. Arrondissement von Paris. Als Privatdetektiv Nestor Burma auf die Leiche eines dubiosen Pfandleihers stößt, wird er sogleich in mehrere Mordfälle verwickelt. Wenn tote Plüschbären zu Zeugen werden, machen Pfandleiber schlechte Geschäfte. Und Nestor Burma wird wieder mal von allerlei Zufällen erwischt. MARAIS-FIEBER ist wie alle Krimis der Serie MALETS GEHEIMNISSE VON PARIS eine präzise Momentaufnahme von Paris ? Menschen, Plätze, Straßen stimmen. Mit Karte (zum eventuellen Nachwandern) und einem Nachgang (stellvertretend für den Leser) von Peter Stephan und. . . naja, ein Krimi eben. MARAIS-FIEBER spielt im 3. Arrondissement von Paris. ?Von der Kritik lange nicht wahrgenommen, werden jetzt Malets literarische Qualitäten erkannt.? STERN NESTOR BURMA von LÉO MALET Die Detektiv-Agentur in der Rue des Petits-Champs heißt sinnigerweise «Fiat Lux» ('Es werde Licht'). Ihr Inhaber liebt solch hintergründige Scherze, obwohl er es gemeinhin nicht mit Bibelsprüchen hält. Eher schon mit dem anarchistischen Motto 'Weder Herr noch Gott': Als der jugendliche Nestor Burma 1927 von Montpellier nach Paris kam, wurde er praktizierendes Mitglied einer Anarchistengruppe. So etwas prägt fürs Leben, auch wenn Monsieur Burma inzwischen Maßanzüge trägt, als Arbeitgeber einen dreiköpfigen Angestelltenstab befehligt und als Privat-«Flic» am Erhalt der bürgerlichen Ordnung mitwirkt. Doch sein 'anarchistischer Individualismus' schlägt halt immer wieder durch, vor allem, wenn Nestor auf eine heiße Spur gestoßen ist und den parallel ermittelnden Kommissar Faroux selbstsüchtig auf falsche Fährten lockt. Erstaunlich darum, daß Nestor Burma bei dem schnauzbärtigen Kripo-Chef einen so großen Stein im Brett hat, zumal der leidgeprüfte Florimond Faroux stets die schlimmsten Verwicklungen zu fürchten hat, wenn der Privatkollege mit der exzentrischen Stierkopf-Pfeife scheinbar zufällig am Schauplatz eines vermeintlichen Routine-Verbrechens aufkreuzt. Doch der Kommissar profitiert eben nicht nur gern von den 'bistrokratischen' Kenntnissen Burmas, sondern auch von dessen detektivischem Gespür. Darum schanzt er ihm sogar schon einmal einen verdeckten Polizeiauftrag zu, wenn der Fall für eine offizielle Recherche zu heikel ist. Die Staatsknete nimmt Nestor Burma auch ganz gerne mit, denn bei flauer Kriminalkonjunktur kommt es öfter vor, daß er seinen beiden Außendienst-Agenten, dem quirligen Roger Zavatter und Réboul-dem-Einarmigen, gleich mehrere Monatsgehälter schuldet. Seine weltkluge Sekretärin Hélène Chatelain pflegt er in solchen Ebbezeiten sogar anzupumpen. Aber Goldschatz Hélène hat für Vieles Verständnis. Nur wenn ihr Chef das dienstliche Beschatten attraktiver Damen allzusehr ausdehnt, reagiert Hélène spürbar unfroh. Doch ihre wache Eifersucht hat ihm bereits mehrfach das Leben gerettet. Trotzdem: Die gefährlichsten Wege geht Nestor allein. Unterstützung braucht er allenfalls zur Vorbereitung seiner Schachzüge. Dann muß beispielsweise Marc Covet, der versoffene Klatschvetter und Reporter des «Crépuscule», mal wieder einen gezielten Basisartikel schreiben, um die verborgenen Drahtzieher eines Verbrechens aus dem Käfig zu locken. Die abschließenden Protokolle seiner Fälle verfaßt Nestor Burma allerdings selber: Betont lässig, schnoddrig, in cooler Kurzsatz-Methode, garniert mit effektstarken Klopfern - 'ihr Büstenhalter hatte alle Hände voll zu tun'. Der Autor hinter diesem 'Autor' ist Léo Malet. Genau wie sein Held im Jahre 1909 in Montpellier geboren und als Halbwüchsiger nach Paris entwichen, begann er in den vierziger Jahren mit dem Krimi-Schreiben. Den größten Ruhm erlangte er dann ein Jahrzehnt später mit dem Zyklus 'Die neuen Geheimnisse von Paris': Jeder Fall spielt in einem anderen Arrondissement der Metropole. Im Schatten des Louvre klärt Nestor Burma einen mörderischen Kunstraub auf, im kleinbürgerlichen Marais den Mord an einem Pfandleiher (dessen Dienste er selber gerade in Anspruch nehmen wollte bzw. mußte ...). Und einmal wird der liebe 'Genosse Burma' auch brieflich ins 13. Arrondissement bestellt, wo er seiner eigenen anarchistischen Vergangenheit begegnet. Jenseits des Pont Tolbiac, in der Gegend der Salpérière und des Gare d'Austerlitz trifft er aber nicht nur seine ehemaligen Gefährten wieder, er lernt auch seine große Liebe kennen, die junge Zigeunerin Bélita. Den Fall, dessentwegen er gerufen wurde, klärt er auf. Doch Bélitas Ermordung kann er nicht verhindern. So wandert Nestor Burma weiterhin allein durch das meist verregnete Paris. Manchmal fühlt er sich ganz deprimiert, wenn er ans Altwerden denkt. |



