Taschenbuch ; Piper Verlag Nr. SP768 ; 1988 ;
6.Auflage ; 149 Seiten
Skármetas Werk ist ein begeisternder Roman über
Poesie, Politik und Leidenschaft. Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta
ist nicht nur eine Hommage an den berühmtesten chilenischen Dichter Pablo R
Neruda, sondern ebenfalls an das einfache Volk Chiles, das auch unter schweren
Bedingungen ein sinnenfrohes Leben führt. Inhalt: Der Roman spielt zwischen 1969
und 1973 in einem kleinen Ort an der chilenischen Küste. Der junge Mario Jiménez
beschließt, den Fischerberuf aufzugeben, als er hört, dass ein Briefträger
gesucht wird, der die Post zum berühmten Dichter Pablo Neruda auf die Isla Negra
bringen soll. Mario bemüht sich, dessen Freundschaft zu gewinnen; er lernt
Gedichte von ihm auswendig und antwortet ihm schlagfertig mit Neruda-Zitaten.
Als er Neruda bittet, ihm bei der Werbung um die Gastwirtstochter Beatriz
behilflich zu sein, weiht der ihn in die Geheimnisse der Poesie ein. Mit der
Hilfe eines Gedichts erringt er ihre Zuneigung. Ihre Mutter erkennt die Gefahr
und bewacht das Mädchen, aber als das Volk am 4. September 1970 den Wahlsieg von
Salvador Allende feiert, treffen sich die beiden Verliebten. Die Mutter muss
nachgeben, Neruda wird Trauzeuge und später Taufpate des Sohns. 1971 erhält
Neruda den Nobelpreis für Literatur und sagt in seiner Dankesrede den
hoffnungsvollen Satz von Arthur R Rimbaud, der dem Roman den Titel gab: »Im
Morgengrauen werden wir, bewaffnet mit brennender Geduld, die strahlenden Städte
betreten.« Die politische Lage in Chile verschärft sich; konservative Kräfte
organisieren Streiks und es kommt schließlich zum blutigen Putsch durch die
Armee unter General Pinochet. Einmal kann Mario den todkranken Dichter noch
heimlich besuchen und ihm von den Angeboten aus dem Ausland berichten, ihm Exil
zu gewähren, bevor Neruda stirbt. Aufbau: Im Prolog behauptet Skármeta, er habe
sowohl Neruda als auch das Liebespaar (Mario und Beatriz) gekannt,
wahrscheinlich aber ist die Geschichte fiktiv. Sie schildert sehr realistisch
und detailliert die politische Wirklichkeit der Zeit. Sowohl die Gefühlswelt
Nerudas, der sich noch als Mann von über 60 Jahren für die emotionalen Nöte
eines Briefträgers interessiert, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen
lässt und als Botschafter seines Landes nach Paris geht, als auch die Gefühle
Marios, der als Verliebter sprachlos wird und später selbst zu dichten beginnt,
werden in einfachen, eindringlichen Worten erzählt. Der Stil wechselt zwischen
humorvollem umgangssprachlichem Volkston und poetischen symbolischen
Überhöhungen. Wirkung: Mit brennender Geduld wird als ein zugleich politischer
und poetischer Roman geschätzt. Gelobt wurde die geglückte Verbindung zwischen
dem einfachen Volk und derIntelligenz Chiles (personifiziert durch Mario Jiménez
und Pablo Neruda), die sich gegenseitig ergänzen und eine Entwicklung in Gang
setzen, die mit dem Militärputsch blutig abreißt. 1994 verfilmte Michael Radford
den Roman unter dem Titel Der Postmann mit Philippe Noiret als
Neruda.
Der Roman spielt zwischen 1969 und 1973 in einem
kleinen Ort an der chilenischen Küste. Der junge Mario Jim?nez beschließt, den
Fischerberuf aufzugeben, als er hört, dass ein Briefträger gesucht wird, der die
Post zum berühmten Dichter Pablo Neruda auf die Isla Negra bringen soll. Mario
bemüht sich, dessen Freundschaft zu gewinnen; er lernt Gedichte von ihm
auswendig und antwortet ihm schlagfertig mit Neruda-Zitaten. Als er Neruda
bittet, ihm bei der Werbung um die Gastwirtstochter Beatriz behilflich zu sein,
weiht der ihn in die Geheimnisse der Poesie ein. Mit der Hilfe eines Gedichts
erringt er ihre Zuneigung. Ihre Mutter erkennt die Gefahr und bewacht das
Mädchen, aber als das Volk am 4. September 1970 den Wahlsieg von Salvador
Allende feiert, treffen sich die beiden Verliebten. Die Mutter muss nachgeben,
Neruda wird Trauzeuge und später Taufpate des Sohns. 1971 erhält Neruda den
Nobelpreis für Literatur und sagt in seiner Dankesrede den hoffnungsvollen Satz
von Arthur R Rimbaud, der dem Roman den Titel gab: >>Im Morgengrauen
werden wir, bewaffnet mit brennender Geduld, die strahlenden Städte
betreten.<< Die politische Lage in Chile verschärft sich; konservative
Kräfte organisieren Streiks und es kommt schließlich zum blutigen Putsch durch
die Armee unter General Pinochet. Einmal kann Mario den todkranken Dichter noch
heimlich besuchen und ihm von den Angeboten aus dem Ausland berichten, ihm Exil
zu gewähren, bevor Neruda stirbt.
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